Gracie Jiu Jitsu

Gracie Jiu Jitsu

 Gracie Jiu Jitsu

In den späten 1920iger Jahren begann Großmeister Helio Gracie, Gracie oder brasilianisches Jiu-Jitsu zu entwickeln, nachdem er erkannte, dass er zu schwach war, um die traditionellen, japanischen Jiu-Jitsu-Techniken anzuwenden. In den letzten 80 Jahren hat sich Gracie Jiu-Jitsu für kleinere Personen als das zuverlässigste System erwiesen, einen größeren, athletischeren Gegner zu besiegen. Die Techniken des Gracie Jiu-Jitsus basieren auf präzisem Timing und effizienter Verwendung der Hebelwirkung, so dass praktisch jede Person diese Techniken anwenden kann, gleich ob Mann oder Frau und ungeachtet des Alters und der Fitness.
Im Gegensatz zu anderen Bodenkampfsportarten ist nicht die scheinbar dominante Position ausschlaggebend. Ziel des Sportes ist es vielmehr den Gegner durch Hebel-oder Würgegriffe zur Aufgabe zu zwingen, welches aus allen erdenklichen Lagen und Positionen möglich ist.
Daraus ergibt sich ein interessantes Wechselspiel zwischen technischer Vielfalt und körperlichen Beanspruchungen.

Obwohl Gracie Jiu-Jitsu aus über 600 Techniken besteht, haben Untersuchungen der Kämpfe, die von Mitgliedern der Gracie-Familie bestritten wurden, gezeigt, dass 36 Techniken häufiger und mit größerem Erfolg als alle anderen zusammen verwendet wurden. Gracie Combatives, ein Kurs der ursprünglich für die US Army entwickelt wurde, ist der einzige Kurs, der sich gänzlich der Beherrschung dieser 36 grundlegenden Techniken widmet.

Die Anwendung des Gracie Jiu-Jitsu geht über die Anwendung von Chokes, Blockieren der Gelenke, Fixieren, Würfen und Schlägen hinaus.
Wirksamkeit, die Fähigkeit, mit minimalem Aufwand eine maximale Leistung zu erzielen, ist einer der wichtigsten Grundsätze des Gracie Jiu-Jitsus.

 

Gracie Combatives

 Gracie Combatives

Gracie Jiu Jitsu

In den späten 1920iger Jahren begann Großmeister Helio Gracie, Gracie oder brasilianisches Jiu-Jitsu zu entwickeln, nachdem er erkannte, dass er zu schwach war, um die traditionellen, japanischen Jiu-Jitsu-Techniken anzuwenden. In den letzten 80 Jahren hat sich Gracie Jiu-Jitsu für kleinere Personen als das zuverlässigste System erwiesen, einen größeren, athletischeren Gegner zu besiegen. Die Techniken des Gracie Jiu-Jitsus basieren auf präzisem Timing und effizienter Verwendung der Hebelwirkung, so dass praktisch jede Person diese Techniken anwenden kann, gleich ob Mann oder Frau und ungeachtet des Alters und der Fitness.

Obwohl Gracie Jiu-Jitsu aus über 600 Techniken besteht, haben Untersuchungen der Kämpfe, die von Mitgliedern der Gracie-Familie bestritten wurden, gezeigt, dass 36 Techniken häufiger und mit größerem Erfolg als alle anderen zusammen verwendet wurden. Gracie Combatives, ein Kurs der ursprünglich für die US Army entwickelt wurde, ist der einzige Kurs, der sich gänzlich der Beherrschung dieser 36 grundlegenden Techniken widmet.

1. Schritt: Erlernen der Techniken

Wir haben die 36 Gracie Combatives-Techniken in 23 einstündige Lektionen aufgeteilt, so dass Sie den Kurs in dem von Ihnen bestimmten Tempo absolvieren können. Die Lektionen sind strategisch so aufgebaut, dass Sie keine Erfahrung benötigen, um an eine der Lektionen teilzunehmen. Sie können sie deshalb in der von Ihnen gewünschten Reihenfolge und so häufig absolvieren, wie Sie möchten. Nach Ihrer Anmeldung stellen wir Ihnen eine Gracie Combatives-Karte aus, auf welcher Sie Ihren Fortschritt beim Erlernen der 36 Techniken verfolgen können. Jeden Monat erhalten Sie einen Gracie Combatives-Kalender, in dem vermerkt ist, welche Techniken wir an jedem Tag unterrichten.

2. Schritt: Entwicklung Ihrer Reflexe

Nachdem Sie jede der 23 Gracie Combatives-Lektionen zweimal absolviert haben, sind Sie für die Teilnahme an den Reflexentwicklungskursen qualifiziert. In diesen Lektionen verwenden wir ein revolutionäres Trainingsverfahren, Dynamic Reflex Development™ genannt, um Ihre Reflexe in der Ausführung aller 36 Techniken in jeder möglichen Kombination und auf verschiedenen Intensitätsstufen aufzubauen.

3. Schritt: Verleihung des blauen Gürtels

Nachdem Sie alle Gracie Combatives-Lektionen dreimal absolviert haben und Ihre Reflexe in der Ausführung aller 36 Techniken individuell und in jeder möglichen Kombination entwickelt haben, sind Sie qualifiziert, sich zur Prüfung für den blauen Gürtel zu stellen.

The Fastest Way to Street Readiness. Guaranteed.™

(Der schnellste Weg zur Bereitschaft auf der Straße. Garantiert.)

Von Beginn an erwies sich der Kurs Gracie Combatives effizienter, Schüler ohne vorhergehende Kenntnisse „straßenbereit‟ zu machen, als jeder andere Kurs in der Geschichte des Gracie oder brasilianischen Jiu-Jitsus. Das Einmalige an Gracie Combatives ist nicht nur die Anwendbarkeit der Techniken auf der Straße, sondern auch die Kursstruktur und die Art, wie wir die Techniken präsentieren. Statt des chaotischen Lehrplans, den fast alle anderen BJJ-Programme aufweisen, haben wir Gracie Combatives speziell so aufgebaut, dass jeder neue Schüler die Prinzipien versteht, die Techniken erlernt und seine Reflexe schult, ohne Verwirrung, und in der kurzmöglichsten Zeit!

 

 

Die Geschichte des Gracie Jiu Jitsu

Helio Gracie

 Gracie Jiu Jitsu

Helio Gracie erlernte in sehr jungem Alter traditionelle japanische Jiu-Jitsu-Techniken von seinem älteren Bruder Carlos. In den späten 1920iger Jahren begann er diese Techniken zu modifizieren, um sie seinem schwächeren Körperbau anzupassen, mit dem Ziel, ein System zu entwickeln, das ihm die Verteidigung gegen schwerere Gegner ermöglichen würde. Nach Jahren der Verfeinerung bewies er die Wirksamkeit seiner Kunst, indem er routinemäßig gewichtigere und stärkere Gegner besiegte, die manchmal bis zu 45 Kilogramm schwerer waren als er. Infolgedessen entwickelten sich Helios Techniken schnell zur neuen Ausdrucksform von Jiu-Jitsu in Brasilien und bereiteten den Weg für eine weltweite Revolution in der Kampfkunst.

Jiu-Jitsuka gründeten 1967 den ersten Jiu-Jitsu-Verband in Brasilien unter Großmeister Helio Gracies Anleitung, um Freizeit-Wettkämpfe zu veranstalten, bei denen sie ihre Selbstverteidiungsfähigkeiten in einer sicheren Umgebung testen konnten. Ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt dieser Entwicklung war der Wechsel von Jiu-Jitsu zu Selbstverteidigungszwecken hin zu sportorientierten Techniken und Anwendungen. Die Begeisterung und Freude am Wettkampf, zusammen mit dem Ansehen, das mit den Wettkampfsiegen einher ging, verleitete die große Mehrheit der Trainer, sich vollkommen auf die Vorbereitung ihrer Schüler für Wettkämpfe zu konzentrieren. Sie widmeten ihre Trainingslektionen der Entwicklung von Techniken, die zu einem Sieg in Jiu-Jitsu-Sportwettkämpfen führen würden, die von einem Punktesystem, Regeln und Gewichtsklassen beherrscht werden. Leider hatte die Wettkampf-Epidemie schlimme Folgen. Sie untergrub die Wirksamkeit der Kunst, da sich die meisten Techniken des Sport-Jiu-Jitsus für einen echten Kampf kaum oder gar nicht eignen. Schlimmer noch: durch die Perfektion von Sporttechniken entwickelten Schüler häufig Reflexe, die in einer Selbstverteidigungssituation auf der Straße auf verheerende Art kontraproduktiv sein können. Nicht bereit, bei den Grundprinzipien seiner Kunst einen Kompromiss einzugehen, trat Helio aus dem Verband aus.

1978 verließ Rorion Gracie, Helios ältester Sohn, Brasilien. Er kam in die Vereinigten Staaten, um die Techniken seines Vaters der übrigen Welt zu zeigen. Nach seiner Ankunft erkannte er schnell, dass die meisten Amerikaner die Wirksamkeit des Jiu-Jitsu nicht zu schätzen wussten. Sogar diejenigen mit Kenntnissen in Kampfkünsten verwechselten das System seiner Familie mit dem traditionellen japanischen Jiu-Jitsu, das in den 1950iger Jahren in Amerika Einzug gehalten hatte. Rorion ließ „Gracie Jiu-Jitsu“ als Marke schützen, um den Unterschied zwischen den beiden Disziplinen zu betonen.

Rorion verbrachte mehrere Jahre damit, in seiner Garage zu unterrichten und gleichzeitig eine Einmann-Kampagne zu führen, um den amerikanischen Praktizierenden von Kampfkünsten die Augen zu öffnen und die Einfachheit und Wirksamkeit des Gracie Jiu-Jitsus aufzuzeigen. Er kam zu dem Schluss, dass er trotz seiner unermüdlichen und andauernden Bemühungen eine stärkere und sichtbarere Art brauchte, um die Überlegenheit des Gracie Jiu-Jitsu allen anderen Kampfkünsten gegenüber zu demonstrieren. Um dies zu bewerkstelligen, veranstaltete er den Ultimate Fighting Championship (UFC). Dieses Pay-per-View-Fernsehspektakel schockierte die Welt der Kampfkunst, da sein Bruder Royce mit den einfachen Techniken des Gracie Jiu-Jitsus wiederholt schwerere, athletischere Gegner, die mit einer reichen Auswahl an Kampfkunst-Kenntnissen bewaffnet antraten, besiegte.

Der Erfolg des Gracie Jiu-Jitsus im UFC spornte viele Sport-Jiu-Jitsuka an, Brasilien zu verlassen, um von der erhöhten Nachfrage nach Gracie Jiu-Jitsu-Unterricht zu profitieren. Da die Verwendung des geschützten Namens „Gracie Jiu-Jitsu“ rechtlich beschränkt ist, begannen diese Trainer, die Bezeichnung „brasilianisches Jiu-Jitsu“ als Alternative zu verwenden.

Der Zustrom von Sport-Jiu-Jitsu-Trainern, einschließlich vieler Mitglieder des sehr großen, weiteren Familienkreises der Gracies, führte zur Gründung vieler Jiu-Jitsu-Schulen in den gesamten USA. Fast alle diese Schulen behaupteten, dass sie dasselbe Jiu-Jitsu unterrichten würden, das Großmeister Helio Gracie geschaffen hatte und Royce im UFC eingesetzt hatte. Tatsächlich unterrichteten die meisten eine Version der Kunst, die spezifisch für Sportwettkämpfe abgeändert worden war. Schüler, die hofften, sich die realistischen Selbstverteidigungskenntnisse, die sie im UFC gesehen hatten, anzueignen, kamen in Scharen zu diesen Schulen. Sie trainierten häufig für mehrere Jahre, bis sie enttäuscht realisierten, dass das, was sie lernten, sich nur sehr begrenzt auf der Straße anwenden ließ.

Die weltweite Nachfrage nach Gracie oder brasilianischem Jiu-Jitsu-Unterricht steigt weiterhin mit einer sagenhaften Geschwindigkeit – ohne Einschränkung. Infolgedessen haben viele Jiu-Jitsuka mit sehr unterschiedlichem Grad an Kenntnissen Schulen eröffnet, um aus dieser Nachfrage Kapital zu schlagen. Im besten Fall sind diese selbsternannten Trainer kompetente Sport-Jiu-Jitsuka. Im schlimmsten Fall haben sie geringe Erfahrungen, mangelnde Kenntnisse oder sind einfach schlechte Trainer. Um diesem bedenklichen Trend entgegen zu wirken, hat die Gracie Academy das Global Training Program entworfen, mit dem Ziel, die Techniken und Prinzipien des Gracie Jiu-Jitsus in ihrer reinsten Form weiterzuführen – als Methode der Selbstverteidigung.

 

Gracie Philosophie

GRACIE-PHILOSOPHIE

Die Anwendung des traditionellen Gracie Jiu-Jitsu geht über die Anwendung von Chokes, Blockieren der Gelenke, Fixieren, Würfen und Schlägen hinaus. Gracie Jiu-Jitsu ist eine Lebensart. Außerhalb der Mattengrenzen leben die Mitglieder der Gracie-Familie ein ausgeglichenes, gesundes Leben, das auf derselben Philosophie wie ihr einzigartiges Selbstverteidigungssystem basiert. Die Großmeister Carlos und Helio Gracie glaubten, dass die Prinzipien der Wirksamkeit, der Geduld und der Kontrolle den Schlüssel zum Erfolg in allen Aspekten des Lebens darstellen.

Wirksamkeit

Wirksamkeit, die Fähigkeit, mit minimalem Aufwand eine maximale Leistung zu erzielen, ist einer der wichtigsten Grundsätze des Gracie Jiu-Jitsus. An der Gracie Academy nehmen wir immer an, dass Ihr Angreifer größer und athletischer sein wird, als Sie es sind. Unsere Schüler lernen schnell, dass sie nur zuverlässig siegen, falls sie ihren Angreifer erschöpfen, während sie ihre eigene Energie durch die Anwendung von Techniken, die auf Hebelwirkung basieren, und natürlichen Körperbewegungen konservieren. Wie im Kampf erzielt ein Schüler, der lernt, seine Energie effizient einzusetzen, auch im Leben maximale Resultate mit minimalem Aufwand. Zum Beispiel:

  • Gesunde Ernährung ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Anderen gegenüber ehrlich und respektvoll sein, das ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Eine fleißige, moralisch korrekte Geschäftsperson sein, das ist Gracie Jiu-Jitsu

Alle diese Beispiele zeigen Wege auf, maximale Resultate mit minimalem Aufwand zu erzielen.

Geduld

Geduld ist im Kampf gegen einen größeren Gegner häufig der Schlüssel zum Erfolg. Normalerweise gewinnt nicht die am häufigsten angreifende Person, sondern die, die sich weniger erschöpfen lässt. Impulsives, aggressives oder unkonzentriertes Handeln ist eine Verschwendung der Energie. Geduld bezieht sich auch auf das Timing. Sogar eine perfekt ausgeführte Technik wird missglücken, falls sie zur falschen Zeit ausgeführt wird. Auch im Leben ist es so, dass Geduld und Timing Ihnen ermöglichen, der „Schmied Ihres eigenes Glückes“ zu sein, wenn Sie ruhig beobachten und warten, bis der richtige Moment eintrifft und Sie Ihre Energie am effizientesten einsetzen können.

  • Geduldig sein mit unseren Freunden und Angehörigen, wie auch mit unseren Feinden, das ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Impulse vorübergehen lassen, bevor man handelt, das ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Tief einatmen und alle Alternativen berücksichtigen, bevor man sich entscheidet, das ist Gracie Jiu-Jitsu

Geduld und Timing erlauben einem, zu wissen, wann man sich engagieren soll, während die Effizienz sicherstellt, dass man genügend Energie hat, um sein Ziel zu erreichen, wenn der Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist.

Kontrolle

Das Endziel in einem Kampf ist, dem Gegner seinen Willen aufzuzwingen. Durch körperliche Überlegenheit wird dies am schnellsten erreicht, woraufhin der Gegner normalerweise aufgibt. Körperliche Überlegenheit bedeutet Kontrolle des Gegners. Ohne Kontrolle riskiert man, den Kampf zu verlieren. Im Leben trifft Kontrolle nicht nur auf einen einfachen Kampf zwischen uns und einem Gegner zu, sondern auch auf unseren inneren Kampf. Selbstbeherrschung spiegelt unsere persönliche Disziplin wider und ist die Grundlage für jede Entscheidung, die wir im Leben treffen. Ohne Selbstbeherrschung riskiert man ein Leben voller schlechter Entscheidungen, die unweigerlich tragische Folgen haben.

  • Von Drogen und Alkohol Abstand nehmen, das ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Gesunde, nährstoffreiche Nahrungsmittel dem Junk-Food vorziehen, das ist Gracie Jiu-Jitsu
  • Selbstdisziplin bei regelmässiger, sportlicher Betätigung und Erholung, das ist Gracie Jiu-Jitsu

Das Gracie-Dreieck

Das Gracie-Dreieck, das allgemein anerkannte Symbol der Gracie Academy, hat sich über die Jahre entwickelt. Heute sieht man es in jeder Kampfkunstschule, die sich verpflichtet hat, die Techniken und Philosophie des Gracie Jiu-Jitsus in seiner reinsten Form zu unterrichten. Das Dreieck repräsentiert die solide Basis, die ein Gracie Jiu-Jitsu-Meister besitzt. Unabhängig davon, auf welcher Seite das Dreieck ruht, das Gracie-Dreieck besitzt immer ein starkes Fundament. Die drei Seiten repräsentieren das Denken, den Körper und den Geist: Die drei Komponenten der Gracie Jiu-Jitsu-Beherrschung. Die kurze Schräge oben im Dreieck bildet den Buchstaben „G“ für Gracie. Die beiden Kämpfer im Inneren repräsentieren alle Ausübenden des Gracie Jiu-Jitsus, die die Beherrschung von Denken, Körper und Geist anstreben, sowohl auf als auch abseits der Matte.

 

Jiu Jitsu

DER URSPRUNG DES JIU-JITSU

„Es gibt unterschiedliche Ansichten in Bezug auf den Ursprung und das Geburtsland des Ju Jutsus. Sie sind jedoch bloße Annahmen, die auf Erzählungen über Gründungen gewisser Schulen oder auf beiläufigen Aufzeichnungen oder Illustrationen in historischen Manuskripten aus Japan, aber auch China, Persien, Deutschland und Ägypten basieren. Es gibt keine Aufzeichnung, die den Ursprung des Ju Jutsus definitiv festlegt. Es wäre jedoch eine rationale Annahme, dass der Mensch seit seiner Erschaffung, mit dem Instinkt der Selbsterhaltung, um seine Existenz kämpfen musste und motiviert war, eine Kunst oder Fertigkeit zu entwickeln und die Körpermechanismen für diesen Zweck einzusetzen. Es kann sein, dass die Entwicklung dieser Bemühungen verschiedene Richtungen genommen hat, je nach Lebensbedingungen oder Situation des Stammes. Da aber das Objekt und die Mechanismen des Körpers dieselben sind, konnten die Resultate nicht sehr verschieden voneinander gewesen sein. Zweifelsohne ist dies der Grund, wieso Aufzeichnungen zur Ausübung von Ju Jutsu-ähnlichen Künsten in verschiedenen Teilen der Welt gefunden werden und wieso man keine Aufzeichnungen zum Ursprung des Ju Jutsus findet.“

--Sensei G. Koizumi, Kodokan 7. Dan


DIE EINZELNEN THEORIEN

Wie in vielen anderen Gebieten der Geschichte ist es unmöglich, den Ursprung des Jiu-Jitsus genau zu beschreiben. Es mangelt jedoch nicht an Hypothesen. Jede Kultur weist in ihrer Geschichte die eine oder andere Art von Nahkampf auf. Kämpfe ohne Waffen figurieren normalerweise in der Form von Ringen oder manchmal Boxen. Wenn man die Kampfhistorie betrachtet, kann man erkennen, dass die Techniken des Ringens im Jiu-Jitsu vom antiken Griechenland beeinflusst wurden. Die Olympischen Spiele waren eine griechische Tradition, bei der Pankration, eine der beliebtesten Sportarten, ein Sport war, der sowohl Techniken des Boxens als auch des Ringens beinhaltete und bei den Griechen populärer war, als die eine oder andere Technik alleine. Alexander der Große brachte durch seine Eroberungen (356 bis 323 v. Chr.) die griechische Kultur in die von ihm eroberten Gebiete. Diese reichten bis nach Indien, wo er die Bräuche und Ideale der griechischen Kultur bei der Bevölkerung dieser Gegend einführte; eine Gegend, in der wahrscheinlich die Grundlagen des Jiu-Jitsus geboren wurden.

Die allgemeine Vorstellung, mit der sich die meisten Historiker einverstanden erklären, ist, dass systematische Kampfkunsttechniken zusammen mit dem Buddhismus (Dharma) von Indien herrührten. Man ist der Auffassung, dass der Shaolin-Tempel im Zentrum Chinas gebaut wurde und dies der Ort war, wo Dharma Buddhismus und Boxen eingeführt hat. Buddhistische Mönche im Norden Indiens sollen zur frühen Entwicklung des Jiu-Jitsus stark beigetragen haben. Die Mönche wurden während ihrer langen Reisen durch das Innere Indiens ständig von Banditen angegriffen. Da die buddhistischen religiösen und moralischen Werte die Verwendung von Waffen nicht geboten, waren sie gezwungen, ein Selbstverteidigungssystem für den Kampf mit leeren Händen zu entwickeln.

Diese Mönche waren Männer großer Weisheit, die perfekte Kenntnisse über den menschlichen Körper besaßen. Infolgedessen wandten sie die physischen Gesetze wie Hebelwirkung, Momentum, Gleichgewicht, Schwerpunkt, Reibung, Gewichtsübertragung und Manipulation der vitalen Punkte der menschlichen Anatomie an und schufen eine wissenschaftliche Art der Selbstverteidigung.

Eine andere Version vertritt die Anschauung, dass Jiu-Jitsu zur Zeit des Falles der Ming-Dynastie von China kam, als ein chinesischer Mönch namens Chin Gen Pinh, mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen im Kempo, auch als „chinesische Hand“ bekannt, nach Japan kam. Eine weitere Theorie besagt, dass es Ausübende von Chikura Karube gab, eine Art Ringen, das etwa 200 v. Chr. entstand. Es wird angenommen, dass Chikura Karube sich später in Japan zu Jiu-Jitsu entwickelte.

Eine Tatsache ist gewiss: Die Japaner haben eine Grappling-Kunst zu einem sehr raffinierten Grappling-System verfeinert, das Jiu-Jitsu genannt und in Japan während der feudalen Ära entwickelt wurde.


DIE KUNST DES SAMURAI

Die Geschichte Japans zwischen dem 8. und 16. Jahrhundert ist geprägt von anhaltendem Bürgerkrieg und viele Systeme von Jiu-Jitsu wurden auf dem Schlachtfeld eingesetzt, ausgeübt und perfektioniert. Dieses Training wurde verwendet, um gepanzerte und bewaffnete Gegner besiegen zu können.

Ursprünglich war es eine für die Kriegsführung vorgesehene Kunst. Doch nachdem das feudale System in Japan abgeschafft wurde, mussten gewisse Anpassungen vorgenommen werden, damit die Kunst für das Training besser geeignet war. In den feudalen Zeiten war Jiu-Jitsu auch unter Yawara, Hakuda, Kogusoko und einer Vielzahl anderer Namen bekannt.

Die früheste, schriftlich belegte Verwendung des Wortes „JiuJitsu“ lässt sich auf 1532 zurückführen und wurde von Hisamori Tenenuchi geprägt, als er die erste offizielle Jiu-Jitsu-Schule in Japan errichtete. Der Verlauf der Kunst zu dieser Zeit ist ungewiss, da Lehrer alles geheim hielten, um ihrer Kunst Wichtigkeit zu verleihen und die Geschichten zu ihrer Kunst auch abänderten, um sie ihren eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Um 1603 begann in Japan nach der Bildung der Tokugawa-Militärregierung durch Tokugawa Ieyasu eine relativ friedliche Zeit. Während dieser Zeit (1603-1868) verschwanden die feudalen Bürgerkriege, die Japan durch die Jahrhunderte geplagt hatten. Aber gemäß dem Sprichwort „In Frieden leben, aber den Krieg nicht vergessen“, verlangten die Traditionen des klassischen Budo (Kampfkünste), dass jeder eine Methode der Selbstverteidigung für die Situationen lernen sollte, in denen Waffen nicht verwendet werden können. So verbreitete sich die Praktizierung des Jiu-Jitsus weiter. Formen und Techniken, die die Geschicklichkeit mit Waffen zur Schau stellten, wichen waffenlosen Kampfstilen, die viele der Grappling-Bodenkampftechniken der älteren Stile enthielten.

Nachdem die feudale Ära in Japan geendet hatte (Jiu-Jitsu wurde auf dem Schlachtfeld nicht mehr gebraucht), wurde eine realistische Art, die Kunst auszuüben, benötigt. Jigoro Kano (1860-1938), ein gebildeter Mann und Mitglied des Kulturdepartementes und Ausübender des Jiu-Jitsus entwickelte deshalb im späten 19. Jahrhundert seine eigene Version, Judo genannt. Judo war hilfreich, da es den Ausübenden die Möglichkeit bot, die Kunst sicher und gleichzeitig realistisch auszuüben.

Nach einem Vergleich alter Jiu-Jitsu- und Judo-Stile im Polizeipräsidium von Tokyo wurde Judo zur nationalen Kampfkunst Japans ernannt. Es war die offizielle Kunst, die von Gesetzeshütern im späten 19. Jahrhundert verwendet wurde und ist nach wie vor populär.

Aufgrund des sportlichen Ansatzes (mit Regeln, die die Ausübung sicherer machten) war es Jiu-Jitsu-Schülern von Kanos Schule möglich, häufiger zu üben, da sie sich nicht ständig von Verletzungen erholen mussten. Dies erhöhte die Trainingszeit für Schüler von Kanos Schule um ein Vielfaches und steigerte deren Fähigkeiten drastisch. Judo (Kanos Version von Jiu-Jitsu) war eine verwässerte Version des vollkommenen Jiu-Jitsus, enthielt aber noch genügend Techniken, um seine realistische Wirksamkeit zu bewahren. Er nannte es Kodokan Judo. Das Problem, das jedoch auftrat, war, dass im Judo nicht viel Wert auf den Bodenkampf gelegt wurde, da Kano der Ansicht war, dass Bodentechniken weniger wichtig sind als Würfe oder Takedowns.

Es besteht die Theorie, dass Judo mit dem Ziel, die realistische Wirksamkeit des Jiu-Jitsus von der westlichen Welt zu verbergen, entwickelt wurde. Während des 2. Weltkriegs kamen viele amerikanische Soldaten mit der Judo-Kunst in Kontakt und brachten sie mit in die USA zurück.


JIU-JITSU UND DIE GRACIES

Als die Zeit der Samurai zu ihrem Ende kam und das Schwert durch die Pistole ersetzt wurde, wurden neue Sportarten entwickelt, um Kampfkünste zu trainieren. In Japan nahmen viele verschiedene Variationen von Jiu-Jitsu Gestalt an, unter anderem Karate, Aikido und Judo. Aber diesen Künsten fehlten entscheidende Teile der originalen, vollendeten Kunst des Jiu-Jitsus.

Dieser mangelnde Realismus sorgte für jahrelange Verwirrung in der Kampfkunst-Gemeinschaft. Eine Verwirrung, die der legendäre Bruce Lee später als „klassisches Durcheinander“ bezeichnete. Bruce Lee war ein Judoschüler, der zu seinen Lebzeiten viele Studien über Grappling durchführte. Er kritisierte traditionelle Kampfkünste als ineffizient. Je mehr traditionelle Kampfschulen Techniken einübten, die für den Kampf der Moderne nicht mehr geeignet waren, und ohne Möglichkeiten, sie sicher zu testen, desto mehr wurde das Ausüben dieser Künste zum Schwimmen ohne Wasser.

Erst als die Gracie-Familie in Brasilien mit der Sportkunst Judo und der Kampfkunst Jiu-Jitsu bekannt gemacht wurde, wurde die echte Jiu-Jitsu-Kunst wieder zum Leben erweckt. Das japanische Jiu-Jitsu (das als Judo ausgeübt wurde) wurde der Gracie-Familie in Brasilien um 1914 von Esai Maeda, der auch unter dem Namen Conde Koma bekannt ist, vorgestellt. Maeda war ein Jiu-Jitsu-Champion und direkter Schüler von Kano am Kodokan in Japan. Geboren im Jahre 1878 wurde er 1897 ein Judo-Schüler (Kanos Jiu-Jitsu).

1914 erhielt Maeda die Gelegenheit als Mitglied einer großen japanischen Einwanderungskolonie nach Brasilien zu reisen. In Brasilien, im nördlichen Staat Para, wurden Maeda und Gastão Gracie, ein einflussreicher Geschäftsmann, Freunde. Gracie half Maeda, sich zu etablieren. Als Zeichen seiner Dankbarkeit bot Maeda an, Gastãos ältesten Sohn, Carlos Gracie, in traditionellem, japanischen Jiu-Jitsu zu unterrichten. Carlos lernte einige Jahre und gab schließlich sein Wissen seinen Brüdern weiter.

Helio Gracie, der jüngste Sohn unter Gastãos und Cesalinas acht Kindern (drei waren Mädchen), war immer ein physisch sehr schwaches Kind. Das Hinaufrennen einer Treppe reichte aus, um bei ihm einen Ohnmachtsanfall auszulösen. Niemand wusste wieso.

Im Alter von 14 Jahren, zog er mit seinen älteren Brüdern zusammen, die in einem Haus in Botafogo, einem Bezirk von Rio de Janeiro, lebten und Jiu-Jitsu unterrichteten. Auf Anraten seines Arztes verbrachte Helio die nächsten Jahre damit, seinen Brüdern beim Unterricht nur zuzuschauen.

Eines Tages, Helio war gerade 16 Jahre alt, erschien ein Schüler für den Unterricht, als Carlos nicht da war. Helio, der sich beim Beobachten des Unterrichtes seiner Brüder alle Techniken eingeprägt hatte, bot ihm an, mit dem Unterricht zu beginnen. Als der Unterricht vorbei war, erschien Carlos und entschuldigte sich für die Verspätung. Der Schüler antwortete: „Kein Problem. Der Unterricht von Helio gefiel mir sehr gut. Falls es Ihnen nichts ausmacht, möchte ich gerne weiterhin von ihm lernen.“ Carlos war damit einverstanden und Helio wurde Trainer.


DIE GEBURT DES GRACIE JIU-JITSU

Helio erkannte schnell, dass die Durchführung der meisten Techniken, die er beim Beobachten des Unterrichtes von Carlos gelernt hatte, aufgrund seines schwachen Körperbaus für ihn sehr schwierig war. Erpicht darauf, die Techniken erfolgreich ausführen zu können, begann er, sie für seinen schwachen Körper anzupassen. Helio modifizierte praktisch alle Techniken, indem er mehr Wert auf Hebelwirkung und Timing als auf Kraft und Geschwindigkeit legte. Durch systematisches Ausprobieren erschuf er Gracie/brasilianisches Jiu-Jitsu.

Um die Wirksamkeit seines neuen Systems zu beweisen, forderte Helio öffentlich alle angesehenen Kampfkünstler in Brasilien heraus. Er kämpfte 18 Mal, einschließlich der Kämpfe gegen den früheren Ringkämpfer-Weltmeister im Schwergewicht, Wladek Zbyszko, und den damals zweitplatzierten Judoka der Welt, Kato, den Helio innerhalb von sechs Minuten bewusstlos würgte. Sein Sieg gegen Kato qualifizierte ihn, gegen den Weltmeister, Masahiko Kimura, im Ring anzutreten, der fast 36 Kilogramm schwerer war als Helio. Kimura gewann den Kampf, war aber so beeindruckt von Helios Techniken, dass er ihn bat, in Japan zu unterrichten, da die Techniken, die Helio während des Kampfes gezeigt hatte, in Japan nicht existieren würden. Der Weltbeste erkannte somit Helios Einsatz an, die Kunst zu verfeinern.

Als Helio 43 Jahre alt war, stellte er mit seinem Gegner, dem ehemaligen Schüler Waldemar Santana, den Weltrekord für den längsten, ununterbrochenen „no holds barred“-Kampf auf. Sie kämpften unglaubliche 3 Stunden und 40 Minuten!

Helio, der weithin als erster Sportheld Brasiliens galt, forderte auch Box-Idole Primo Carnera, Joe Louis und Ezzard Charles heraus. Sie lehnten alle ab.

Helio Gracie, ein engagierter Familienvater, der einen gesunden Lebensstil vorlebte, war der Inbegriff von Mut, Disziplin, Entschlossenheit und eine Inspiration für alle. Als eine Legende der Neuzeit, erhielt er internationale Anerkennung für sein Engagement, die Kunst zu verbreiten. Er wird als Erfinder des Gracie/brasilianischen Jiu-Jitsu anerkannt.